iPad aufgeschlagen
Nun auch bei mir. Das iPad. Durch einen glücklichen Zufall. Wie es dazu kam und wie ich schon dringende Lebensrettung betreiben musste…
Natürlich bin ich seit Wochen am fiebern, wollte ich doch genauso, wie alle anderen Leute, die gesteigertes Interesse an Computern und eleganten Benutzerschnittstellen haben, ein iPad in der Hand halten. Und ich habe sogar noch die Ausrede “berufliche Notwendigkeit”, um diese Spinnerei vor mir selbst und den meist verständnislosen Menschen in meiner Umgebung zu rechtfertigen.
Die Idee, tatsächlich in Persona nach Amerika zu fliegen, nur um dort eins zu kaufen, habe ich tatsächlich ernsthaft verfolgt. So ernsthaft, dass ich nach Apple Stores recherchiert habe, die in möglichst geringer Distanz zu Europa liegen, also kurze Flugzeit versprechen. Zweiter Schritt: gibt es dorthin günstige Flüge? Und gegeben den Fakt, dass man wohl nur zwei pro Person auf einmal kaufen kann, kam ich nach einiger Rechnerei auf den üppigen Aufpreis von knapp 350€ pro Gerät. Noch ohne Zoll, hui. Immerhin hat mir ein vernünftiger Mensch in meiner Umgebung (um nicht zu sagen: Vorfahre) die immense Resourcenvergeudung dieses Unterfangens vorgehalten, also war damit Schluss.
Recht hat er.
Dann habe auch ich versucht, Leute ausfindig zu machen, die ich kenne, die sich in Amerika rumtreiben und die mir eines mitbringen, wenn sie zurückkommen. Leider kenne ich nicht viele Frequent Flyer oder Business Class Weltbürger. Also fing ich an, in meinem Bekanntenkreis rumzufragen, mit dem sofortigen Effekt, dass jemand anbot, seinen Cousin zu fragen, ob dessen Schwägerin ihr Vater angerufen werden kann, ob der denn eins herschicken könnte. Unsicher.
Viel besser war jedoch die IT-Crew unserer Hochschule, die mir steckte, dass es einen Laden in Zürich gibt, der vorab importiert. Klar, die Schweizer kennen den: digitec holt die iPads schon vorher rüber. Dummerweise gibt oder gab es dort keine verfügbaren Exemplare.
Sonntag bin ich früher aufgewacht. Passiert selten, zumindest nicht um 6:53Uhr. Da ich meine Liebste schlafen lassen wollte und mich somit kaum bewegen konnte, surfte ich mit dem iPhone durch die Gegend. Und zufällig auch wieder zu digitec, die tatsächlich, oh Wunder, zwei Exemplare des 64GB iPads in Zürich am Lager hatten. Am Sonntag morgen in der früh. Klar, da kann ja auch keiner vorbei kommen. Lange Rede, kurzes Ende: für einen Premium Aufschlag bin ich seit Montag morgen glücklicher iPad Besitzer.
Und musste in dieser Eigenschaft schon Leben retten ;-) Mein Kollege bekam schier einen Herzinfarkt, als er die ungeöffnete Schachtel neben vielen anderen Dingen einigermassen versteckt auf meinem Schreibtisch liegend entdeckte. “Häää!! … Uuuoooaaaah! Ääääächt?!?!?, Naaaaiiii, luueeeg.” (laut und mit züridüütscher Aussprache lesen). Nach Luft ringend und mit geweiteten Pupillen stand er neben mir, da musste ich ihm leider erklären, was mein Opa immer schon voranschickte: “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!”. Und da ich wusste, dass ich absolut “rien ne va plus” wäre, wenn ich das Ding auch nur aufmache, habe ich tapfer geschluckt, meine Arbeit verrichtet und mich auf den Abend gefreut. Seeehr zum Leidwesen mehrerer Kollegen, die mich immer wieder argwöhnisch beäugten und spöttische Kommentare herüberschickten.
Der Gipfel für den lieben Kollegen kam am nächsten Morgen. Da ich den ganzen Tag Unterricht hatte und ich ihn wirklich gerne mag, bekam er das Ding in die Hand gedrückt mit dem verschmitzen Kommentar “viel Spass beim Ausprobieren!”. Mein Pfadfinderherz hüpfte beim Anblick seines Gesichts.
Jetzt ist ES also da.
